„Berliner Stadtwildtiere“ als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet

(08.11.2018) Das Projekt „Berliner Stadtwildtiere“ des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) wurde am 7. November 2018 als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet.

Es gibt BürgerInnen die Möglichkeit, online Tierbeobachtungen zu sammeln und sich über heimische Wildtiere zu informieren. Es erhöht die Aufmerksamkeit für die Biodiversität in der Stadt, schließt Wissenslücken und stellt eine Datenbasis für weitere Forschungen zur Verfügung.

Berliner Stadtwildtiere; Bildquelle: Steven Seet / IZW Damit erfüllt es die Kriterien für die Auszeichnung, die an Projekte verliehen wird, welche sich in nachahmenswerter Weise für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen.

Die Auszeichnung wurde am 7. November 2018 von Annie Mark, Director Strategic Relations der Wildlife Conservation Society Europe, am Leibniz-IZW verliehen.

Damit wird eines von mehreren Umweltbildungs- und Bürgerwissenschaften-Projekten des Leibniz-IZW geehrt, in denen BürgerInnen sich auf verschiedenen Ebenen mit Biodiversität beschäftigen.

Diese rückt immer mehr in den Fokus der Wissenschaft. Neben dem Erhalt von Arten und wertvollen Lebensräumen spielen dabei auch der Mensch und seine Beziehung zur Natur eine entscheidende Rolle.

„Biologische Vielfalt ist nichts Abstraktes, das wir nur an exotischen Orten finden, sie ist direkt vor unserer Haustür und auch in der Stadt erlebbar“, sagt Sophia Kimmig, Doktorandin am Leibniz-IZW und maßgeblich beteiligt am Projekt „Berliner Stadtwildtiere“.

Das Erlebbarmachen dieser heimischen Vielfalt ist Ziel des Projektes. Das Onlineportal „berlin.stadtwildtiere.de“ bündelt Informationen zu allen Wildtieren, die in der Hauptstadt heimisch sind. Interessierte können Tiersichtungen, Spuren oder Nester melden, Fotos hochladen und sich ihre und die Meldungen anderer anzeigen lassen.

Sie können sich über Forschung zur Stadtökologie informieren und sogar Forschungsprojekte zum Mitmachen finden. „In diesen „Citizen Science“-Projekten bereichern BürgerwissenschaftlerInnen mit ihrem persönlichen Wissen die Forschung, sammeln Daten, übernehmen Aufgaben oder helfen bei der Entwicklung von neuen Fragestellungen. So bekommen sie auch einen Eindruck, wie Forschung funktioniert.

Die Plattform wird vom Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) betreut und vom BMBF-geförderten Projekt „Bridging in Biodiversity Research“ (BIBS) unterstützt.

Sie ist Teil eines internationalen Verbundprojektes zu Stadtnatur, das vom Züricher Verein „StadtNatur“ ins Leben gerufen wurde. Das Projekt StadtWildTiere gibt es aktuell in den Städten Berlin, Bern, Chur, Luzern, St.Gallen, Wien, Winterthur und Zürich.

In Baden-Württemberg startete zudem das Projekt „Wilde Nachbarn Baden-Württemberg“, welches sich auf den ländlichen Raum fokussiert.




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